COST-Analyse zu Nutzen und Wirkung in Deutschland veröffentlicht

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Um die Beteiligung und den Nutzen von COST für Deutschland zu untersuchen, hat das BMBF 2018 eine COST-Analyse durchgeführt, die nun veröffentlicht wurde. Dabei ging es auch darum, die Effekte und den Mehrwert von COST für Deutschland herauszuarbeiten.

Hoher Nutzen und große Wirkung von COST bestätigt

Die Auswertung hat gezeigt, wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für den Forschungsstandort Deutschland und die gesamte europäische Forschungscommunity ist. Durch eine vergleichsweise kleine finanzielle Förderung, generiert COST viele unmittelbare aber auch langfristige Effekte (Outputs) und entfaltet somit eine große Wirkung. So führt COST beispielsweise zu einem individuellen Wissenserwerb, junge Forschende haben teils erstmalig Zugang zu internationalen Netzwerken und können so langfristige Netzwerke aufbauen. Darüber hinaus entsteht eine Vielzahl von Publikationen und Folgeanträgen, sodass diese Netzwerke über die Laufzeit von COST hinaus Bestand haben oder sogar verstetigt werden können.

Die Ergebnisse der COST-Analyse bestätigen, wie wichtig die europäische Zusammenarbeit in der Forschung ist, insbesondere mit den EU13-Staaten. COST trägt somit zum Ziel von Bundesforschungsministerin Karliczek, den Europäischen Forschungsraum „zu einem echten Binnenraum für Forschung und Innovation“ zu machen, bei. Auch liefert die COST-Analyse wichtige Ergebnisse, die in die zukünftige Strategieentwicklung und Zusammenarbeit Europas im Bereich Forschung und Innovation einfließen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die deutsche Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020, aber auch für Verhandlungen zu dem neuen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon Europe“ relevant.

Zusammenarbeit schafft Innovation

Ein wichtiger Effekt von COST entsteht durch die Zusammenarbeit und Harmonisierung der europäischen Forschung. Durch die Vereinheitlichung von z.B. Standards oder Diagnoseverfahren wird die Effizienz und Effektivität der Forschung gesteigert. Gleichzeitig verringert sich die Kluft innerhalb des Europäischen Forschungsraumes und stärkt somit auch die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Europas. COST nimmt hier insbesondere eine vorbereitende Rolle ein.

COST besteht bereits seit 1971

COST (European Cooperation in Science and Technology) besteht bereits seit 1971 und fördert die europäische und internationale Forschungszusammenarbeit durch Vernetzung von Forschenden. So können nationale Forschungsaktivitäten auf europäischer Ebene – und darüber hinaus – international gebündelt und koordiniert werden. Dadurch wird die Forschung weiterentwickelt, Innovation ermöglicht und nationale Forschungsausgaben werden effizienter genutzt. COST legt bei der Zusammensetzung, neben der Exzellenz der Netzwerke (COST-Aktionen genannt), besonderen Wert auf die Förderung von Nachwuchsforschenden und Inklusion, d. h. die Einbeziehung von forschungsschwächeren Staaten und Balance der Geschlechter.

Durchführung der Analyse

Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurde die Prognos AG mit der Untersuchung der Effekte und des Mehrwertes von COST für Deutschland beauftragt.
Für die Analysen wurden knapp 800 Teilnehmende online befragt sowie knapp 30 Interviews mit Experten zu COST und Stakeholdern geführt. Darüber hinaus wurden einzelne COST-Aktionen als Fallstudien untersucht und über 100 Abschlussberichte ausgewertet.

Die Analyse beinhaltet vor allem die Untersuchung der Teilnehmenden-Struktur von COST in Deutschland, die Analyse des Mehrwertes für Deutschland, sowie Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von COST in Deutschland und den Europäischen Forschungsraum.