Vernetzung für Forschungszusammenarbeit – Ministerkonferenz zu COST-Förderprogramm

Jubiläumslogo 50 Jahre COST

COST Association

Die europäische Forschungszusammenarbeit lebt von Menschen und ihren Ideen. Diese Elemente bringt das COST-Förderprogramm schon seit fast 50 Jahren zusammen. Im Jubiläumsjahr 2021 kamen nun die Ministerinnen und Minister zusammen, um die Weichen des Programms für die nächsten Jahre zu stellen.

Seit 1971 bietet COST (European Cooperation in Science and Technology) eine Vernetzungs-Plattform für Forschende aus ganz Europa und darüber hinaus. Es war damals die erste zwischenstaatliche Initiative für Forschungzusammenarbeit. COST fördert die Vernetzung von Forschenden in bottom-up-, offenen, integrativen und globalen Netzwerken. Dabei verfolgt COST drei Prinzipien: 1. Förderung von Inklusion (verstärkte Einbindung von forschungsschwächeren Staaten), 2. Förderung von Nachwuchsforschenden und 3. Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Diese Prinzipien sind heute noch immer aktuell und tragen auch wesentlich zum erneuerten und stärkeren europäischen Forschungsraum (EFR) bei. Über 50.000 Forschende tauschen sich Jahr für Jahr in den sogenannten "COST-Aktionen" zu Forschungs- und Innovationsfragen aus.

Am 3. Mai 2020 kamen, unter dem Vorsitz der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft und auf Einladung des portugiesischen COST-Präsidenten Paulo Ferrão, die für Forschung zuständigen Ministerinnen, Minister sowie ranghohe Vertreterinnen und Vertreter der COST-Mitgliedstaaten zusammen, um sich über die besondere Bedeutung  von COST im zukünftigen Europäischen Forschungsraum auszutauschen und die Ministererklärung zu COST zu beschließen. Da COST im Jahr 2021 50jähiges Bestehen feiert, wurde die Veranstaltung auch dazu genutzt, die Leistungen von COST in den vergangenen 50 Jahren zu würdigen und einen Blick auf die Meilensteine Erfolgsgeschichten zu werfen.


 

Eröffnet wurde die COST-Ministerkonferenz durch den COST-Präsidenten Paulo Ferrão, dem portugiesischen Minister für Wissenschaft, Technologie und Bildung, Manuel Heitor und durch Mariya Gabriel, der EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur und Bildung der Europäischen Kommission. Alle drei betonten die zentrale und herausragende Rolle von COST für den Europäischen Forschungsraum. COST-Präsident Paulo Ferrão betonte, dass COST mit seinen Netzwerkprojekten die enge Zusammenarbeit zwischen Ländern in Europa fördere und dass Investitionen in COST auch eine Investition in Europa bedeuteten. EU-Kommissarin Mariya Gabriel wies auf das große Potenzial von COST hin, als europäisches Vernetzungsinstrument zu Forschungsthemen effizient den Bezug zu EU-Forschungsrahmenprogramm zu stärken. COST wie auch das Forschungsrahmenprogramm "Horizont Europa" hätten zum Ziel, mehr Forschende zur Zusammenarbeit in Europa zu bewegen und die Zusammenarbeit in Netzwerken, Interdisziplinäre Forschung auf Basis von Bottum-up und Offenheit in der Beteiligung zu fördern.  Minister Heitor betonte, dass Portugal stolz sei, einer der Gründer von COST als zwischenstaatliche Initiative 1971 gewesen zu sein und dass der Erfolg von heute den Erneuerungsprozessen von COST in der Vergangenheit zu verdanken sei.

In mehr als 25 mündlichen und oder schriftlichen Stellungnahmen zu COST hoben die Mitgliedstaaten die zentrale Rolle von COST als Vernetzungsinstrument von Forschenden im EFR hervor: den niedrigschwelligen Zugang zur Beteiligung an COST, die explizite Förderung von Nachwuchsforschenden, den Zugang zur europäischen Forschung sowie die Einbindung von Stakeholdern und internationale Beteiligung  an COST-Netzwerken. COST ermöglicht mit seinen Vernetzungsprojekten langfristige Kooperationen von Forschenden; neue Kontakte bzw. Konstellationen werden vielfach genutzt, um gemeinsam in neuen Konstellationen zum Forschungsthema zu veröffentlichen und erfolgreiche Anträge im EU-Forschungsrahmenprogramm oder transnational zu stellen. Die Delegierten der COST-Mitgliedstaaten würdigten COST deshalb auch als Eingangsportal zur europäischen Zusammenarbeit im EU-Forschungsrahmenprogramm.

In einem weiteren Programmpunkt haben herausragende Nachwuchsforschende in einer Panel-Diskussion über die besondere Bedeutung ihrer Teilnahme an COST für ihre weitere Forschung und berufliche Weiterentwicklung bzw. Karriere berichtet. Die Nachwuchsforschenden, die Teil einer COST-Aktion waren oder sind, betonten die enorme Chance und den Mehrwert, die COST-Aktionen Nachwuchsforschenden bietet, indem sie als gleichwertige Partner "auf Augenhöhe" zusammen mit erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Arbeitsgruppen der COST-Aktionen zusammenarbeiten, ihren Wissensstand in kürzester Zeit enorm und im frühen Stadium ihrer beruflichen Entwicklung auch bereits koordinierende Rollen in der COST-Aktion einnehmen können.   

Der Eröffnungsvortrag zur Panel-Diskussion hielt Luciano Rezzolla, Professor an der Goethe-Universität Frankfurt und deutscher Chair der beendeten COST-Aktion MP1304, "Exploring fundamental physics with compact stars (NewCompStar)". Er war einer der Gewinner des Breakthrough Prize in der Grundlagenphysik 2019 und betonte, dass der gemeinsame Austausch und die gemeinsame Bearbeitung von Forschungsfragen, also die Zusammenarbeit von Forschenden in COST-Aktionen, zu besseren und weiterführenden Ergebnissen in der Forschung führen würde, als es einzelne Forschende vermögen würden.

Diese  Zusammenarbeit in langfristigen Netzwerken zu Forschung mache auch den besonderen Mehrwert von COST für den ERA deutlich.

Abschließend wurde die Ministererklärung durch die Mitgliedstaaten verabschiedet. Sie hebt die herausragenden Leistungen von COST als zwischenstaatlicher Initiative für den Europäischen Forschungsraum hervor; stellt die vielfältigen Errungenschaften und Beiträge von COST zum Europäischen Forschungsraum dar und gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung von COST im EFR.